Tagestipps

Sonntag 18:15 Uhr Ö1

Moment am Sonntag

Schotterabbau an einem historisch belasteten Ort in Oberösterreich Das Ennstal in Oberösterreich ist reich an Schottervorkommen, abgelagert von den Gletschern der Eiszeiten. An vielen Stellen wurde und wird Schotter gewonnen, man braucht den Rohstoff für Straßen- oder Hausbau. Im Frühling 2020 kam auf dem Gemeindegebiet von Weyer an der Enns eine neue Abbaustelle dazu. Auf einer Wiese, kaum größer als 1 Hektar, fahren Bagger und Schubraupen auf. Eine Bodenaushubdeponie wird hier entstehen, man spricht von "Bodenaustausch" - der Schotter wird entnommen, Aushubmaterial eingelagert. Die Gemeinde ist gegen das Projekt, aber in das Genehmigungsverfahren nicht eingebunden und daher machtlos. Anraine/innen sorgen sich wegen Lärm und Staub, den der Betrieb der Deponie 13 Jahre lang verursachen würde. Bürger/innen fürchten die Vernichtung eines einzigartigen Geotops. Brisant: unmittelbar neben dem Schotterabbau liegt die Gedenkstätte "Dipoldsau". Im 2. Weltkrieg befand sich hier das Außenlager Dipoldsau des Konzentrationslagers Mauthausen. Gestaltung: Lukas Tremetsberger

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Angst Nach der gleichnamigen Novelle Von Stefan Zweig Bearbeitung: Ronja Helene Grabow Regie: Teresa Hoerl Mit: Sina Martens, Franz Hartwig, Gisa Flake, Ole Lagerpusch, Rainer Reiners Komposition: HVOB Ton und Technik: Jonas Lechenmeyer, Kai Unger Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 52"30 (Ursendung) Irene betrügt ihren Ehemann - und ihre Angst erwischt zu werden, ist ebenso groß wie der Reiz der Affäre. Das Hörspiel nach Stefan Zweigs Novelle erzählt von den Facetten der Scham und dem Gefühl der Schuld. Die gedankenlose Müdigkeit ihrer Ehe lässt Irene ein Verhältnis mit einem jüngeren Pianisten eingehen - eher aus Langeweile. Als plötzlich eine fremde Frau auftaucht und die Affäre zu verraten droht, gerät Irenes Leben aus den Fugen. Eine entsetzliche Angst befällt sie. Sie fühlt sich mehr und mehr bedrängt. Ist Irene schuldig oder unschuldig? Wie groß ist die Angst, vor der Entdeckung der eigenen Persönlichkeit und davor, zu leben, wie man es will? Stefan Zweigs Novelle "Angst" wurde für dieses Hörspiel neu bearbeitet. Sie entstand 1910 - in einer Zeit, in der die Gesellschaft sich veränderte. Besonderes Interesse zeigte Zweig in dieser Zeit an der Darstellung des psychologischen Hintergrundes seiner Personen, nicht zuletzt durch Einflüsse von Sigmund Freud und Arthur Schnitzler. Stefan Zweig (1881-1942), österreichischer Schriftsteller. Als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien geboren. Er schrieb zahlreiche Gedichte, Erzählungen, Novellen und Dramen. Außerdem übersetzte er Werke bedeutender Schriftsteller wie Baudelaire oder Romain Rolland. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete Zweig im Kriegsarchiv. Von der Bücherverbrennung 1933 waren auch die Werke Stefan Zweigs betroffen. Im Jahr darauf emigrierte Zweig nach England und dann nach Brasilien. Im Februar 1942 nahm er sich zusammen mit seiner Frau Lotte in Petropolis, Brasilien, das Leben. Werke u.a. "Ungeduld des Herzens" (1939), Schachnovelle (1942), "Die Welt von Gestern" (1942). Angst

Sonntag 19:00 Uhr NDR kultur

Gedanken zur Zeit

Aus aller Welt: Corona und wir Ischgl, Image und Irritationen Hochmut kommt auch in Österreich vor dem Fall Von Clemens Verenkotte, ARD-Studio Wien Von den Après-Ski-Parties in Ischgl haben die "Superspreader" das Coronavirus durch halb Europa getragen, weil die Behörden vor Ort zu spät auf Warnungen reagiert haben. Darunter hat das Image Österreichs gelitten - problematisch für ein Land, dessen Wohlstand nicht unwesentlich vom Tourismus abhängt. Gleichwohl wähnte sich der junge Kanzler Sebastian Kurz in den vergangenen Monaten obenauf - und gehörte auf dem jüngsten EU-Gipfel zu jenen "sparsamen Fünf", die sich einer Einigung über das milliardenschwere Corona-Hilfspaket lange versperrten. Eindrücke aus der Corona-Zeit bei unserem österreichischen Nachbarn. 19:00 - 19:05 Uhr Nachrichten, Wetter

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

Sind Begräbnisse die neuen Bartheken? Die Polly Adler Show. Gestaltung: Doris Glaser Was ist seelisches Botox? Wer ist ein Instagram-Opfer? Würde Werther heute seinen Facebook-Beziehungsstatus auf "It"s complicated" ändern? Kann man das Tussi-Gen kaufen? Warum müssen Männern in Lebensphasen, in denen sie Rotwein trinken und Rosen züchten sollten, Dritt- und Viertfamilien gründen? Und was, verdammt, ist eigentlich Wolkerlspeck und warum kriegen ihn nur Frauen? Und sind Begräbnisse die neuen Bartheken? Rundum existentielle Fragen beantworten Polly Adler und ihre Freundinnen-Truppe. "Mein Hobby sind Menschen" sagt Angelika Hager, die Autorin der Polly-Adler-Kolumnen, die angeblich auch von Männern gern gelesen werden.

Sonntag 19:34 Uhr SWR2 Rheinland-Pfalz

SWR2 Jazz

Swing Low Sweet Clarinet - Pete Fountain Von Gerd Filtgen Für Pete Fountain (1930 - 2016) waren die Lokale auf der Bourbon Street in New Orleans die bevorzugten Auftrittsorte. Nach eigener Aussage empfand der Klarinettist den Austausch mit anderen Musikern in der lebensfrohen Szene des French Quarter wie das Studium an einem Konservatorium. Dort erhielt Fountains stilistisch mit Blues, Oldtime Jazz und Swing vertraute Spielweise den Feinschliff. Bis auf erfolgreiche Auftritte in TV-Shows in Los Angeles, wie auch kurze Engagements in Chicago und Las Vegas war der Klarinettist vorrangig in seiner Heimatstadt tätig, wo er auch eigene Jazz-Clubs leitete.

Sonntag 20:04 Uhr WDR3

ARD Radiofestival. Konzert

Klavier-Festival Ruhr 2020 Michael Glinka: Mazurka c-Moll / Tarantella a-Moll Frédéric Chopin: Walzer cis-Moll, op. 64,2 Sulkhan Tsintsadze: Auswahl aus "24 Präludien" Inga Fiolia, Klavier / Rhani Krija, Percussion BEETHOVEN RELOADED für Klavier und Percussion Bearbeitungen von Inga Fiolia und Rhani Krija Carl Czerny: Etüde, op. 740,3 Ludwig van Beethoven: Auszüge aus den Sonaten Nr. 8, op. 13 "Pathetique" / Nr. 17, op. 31,2 "Der Sturm" / Nr. 21, op. 53 "Waldstein" / Nr. 23, op. 57 "Appassionata" Inga Fiolia, Klavier; Rhani Krija, Percussion Aufnahme vom 13. Juni aus dem Haus Fuhr, Essen-Werden Anschließend: Ludwig van Beethoven: Letzter musikalischer Gedanke / Eroica-Variationen, op. 35 / Präludium f-Moll / Bagatellen, op. 33 Alexander Skrjabin: Quatre Morceaux, op. 51 Shih Der letzte Walzer Sergei Prokofjew: Walzer aus der Oper "Krieg und Frieden", op. 96 Frédéric Chopin: Ballade Nr. 3 As-Dur, op. 47 Anika Vavi?, Klavier Aufnahme vom 10. Juni aus dem Wasserschloss Gartrop, Hünxe

Sonntag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Freistil

Symphonie des Grauens Musik und Geräusch im Horrorfilm Von Nick-Martin Sternitzke Regie: der Autor Produktion: SWR 2018 Blutrünstige Haie, angriffslüsterne Vögel, Monster-Bräute oder dämonische Kinder: Nicht nur die Bilder führen dazu, dass ein Horrorfilm nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Denn wie kaum ein anderes Filmgenre funktioniert der Horrorfilm nur mit dem richtigen Ton: Die Musik macht in diesem Falle den Film und ist meist unverzichtbar. Der Horrorfilm gehört zu den wichtigsten Gattungen des populären Kinos - und das schon seit dem Zweiminüter "Le manoir du diable" aus dem Jahr 1896. Einen Schlüssel zu dem Verständnis von Horror stellen Musik und Geräusche dar. Denn was gibt es Schlimmeres als unterschwelliges Flüstern oder laute Schreie? Dazu kommen noch Musikinstrumente, die einen starken Kontrast erzeugen, also erst geheimnisvoll wirken und dann explosionsartig über den Zuschauer hereinbrechen. Aber wie funktioniert Musik im Horrorfilm und was kann sie auslösen? Auskunft und Antworten gibt eine Geisterbahnfahrt durch ein Jahrhundert Filmgeschichte in die dunkelsten Unter- und Abgründe Hollywoods: zu mutierten Gorillas über angriffslustige Strandmöwen bis ins gottverlassene Texas. Eine cineastische Spurensuche, die der existenziell-essenziellen Frage nachgeht: Wie klingt Angst? Symphonie des Grauens

Sonntag 21:00 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Sommer, Sonne, sorgenfrei: George Duke Im Jahr 1979 wird das Album "A Brazilian Love Affair" des US-amerikanischen Jazzpianisten und Komponisten George Duke veröffentlicht. Die Aufnahmen finden in Rio de Janeiro in Zusammenarbeit mit hiesigen Musikszenegrößen wie Sängerin Flora Purim und Sänger-Gitarrist Milton Nascimento statt. Zudem sind Kapazunder aus der Studioszene von Los Angeles an den Sessions beteiligt, unter anderem Trompeter Jerry Hey oder Posaunist Bill Reichenbach. Das Album des 2013 verstorbenen George Duke ist eine geglückte Fusion aus Jazz, Latin Music, Soul und Funk, die niemals aufgesetzt oder angestrengt wirkt. Gestaltung: Klaus Wienerroither

Sonntag 21:05 Uhr NDR Info

Das Hörspiel

Begegnung im Balkanexpress Von Wolfgang Hildesheimer Regie: Gert Westphal Mit Carl-Heinz Schroth, Karin Jacobsen, Heinz Klevenow, Max Walter Sieg, Walter Klam, Joseph Offenbach, Herbert A. E. Böhme, Hans Fitze, Helmuth Peine, Heinz Saller, Hans Zesch-Ballot, Trudik Daniel, Georg Eilert NWDR 1953 Nirgendwo ist das Leben so aufregend und so abenteuerlich wie auf dem Balkan. Dort jedenfalls, in einem fiktiven "Balkanländchen" hat Wolfgang Hildesheimer seine Schelmengeschichte angesiedelt. Dem kleinen Land verhilft ein berühmter Kunstfälscher, der im Dienste des "procegovinischen" Souveräns steht, endlich zu seinem Nationalmaler. Damit sorgt er nicht nur für nationale Identität, sondern zugleich auch für volle Staatskassen. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 21:30 - 21:35 Uhr Nachrichten Das Hörspiel

Sonntag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Literatur

Reihe: Lyriksommer "Meine Kerze brennt an beiden Enden" Die nordamerikanische Dichterin Edna St. Vincent Millay Von Manuela Reichart Produktion: HR 2018 Sie war eine moderne Frau - und als Dichterin eine geniale Traditionalistin. Johnny Cash liebte sie und trug am Ende seiner Konzerte gerne eine ihrer Balladen vor. Katharine Hepburn zitierte sie in einem Hollywoodfilm. Rudolf Borchardt sah in ihr die neue Sappho. Und Thomas Hardy meinte, Amerika habe überhaupt nur zwei große Attraktionen zu bieten - die Wolkenkratzer und die Poesie von Edna St. Vincent Millay. Doch die Frau, die sich nicht an Regeln hielt, die Männer und Frauen liebte und ein ausschweifendes Leben führte, war irgendwann nicht mehr gefragt und wurde schließlich vergessen. Sie starb mit 58 Jahren am 19. Oktober 1950 einsam und krank, süchtig nach Morphium und Alkohol.

Sonntag 23:00 Uhr Bremen Zwei

ARD Radiofestival: Hörbar

Musik ohne Grenzen servieren wir Ihnen zu später Stunde an unserer "Hörbar". Ob World Music, Chanson, Folk, Jazz, Latin, Singer/Songwriter oder Klassik - hier ist alles möglich, was gefällt und sich gut kombinieren lässt.

Sonntag 23:04 Uhr WDR5

Dok 5 - Das Feature

Utopia oder Nahschuss ins Hinterhaupt Der kurze Prozess gegen Werner Teske Von Joachim Walther Der Stasimann Teske beschaffte Informationen aus dem Westen. Dafür durfte er reisen und bekam erhebliche Zweifel am System der DDR. Noch bevor er überlief, wurde er enttarnt und zum Tode verurteilt. Die letzte Hinrichtung in der DDR. Produktion: MDR 1998

Sonntag 23:05 Uhr BR-Klassik

Musik der Welt

"Weltwärts" Rudi Zapf & Zapf"nstreich Konzertmitschnitt vom Rudolstadt Festival 2019 Fernab von Almrausch und Stubnmusi erobert der Münchner Rudi Zapf mit seinem Hackbrett die Welt - virtuos und fröhlich, mit federnden tanzenden Klängen, mit traumverlorener Poesie oder exotisch. Dabei ist der Hackbrett-Virtuose, Jahrgang 1959, ein Kind der Pop-Generation. Und ein Allround-Talent. Er ist Musiker und Bandleader, Komponist, Lehrer, Arrangeur und Festivalveranstalter, und dies alles unermüdlich im Dienst des Hackbretts. 25 Jahre lang gab es das Internationale Hackbrettfestival in München unter seiner Leitung. Rudi Zapf holte das alpenländische Volksinstrument aus dem akademischen Elfenbeinturm, verband Volksmusik mit Rock, Swing und Jazz, spielte Alpines und Irisches. Legendär sind seine Kleinkunstauftritte mit der Gruppe "Guglhupfa" zusammen mit Dieter Hildebrandt und Bruno Jonas. Mit der Band "Never Been There" ging er in die Ambient-Richtung, konzertierte mit Symphonieorchester und integrierte Musiken aus aller Welt in seine Kompositionen. "Weltwärts" heißt sein aktuelles Programm denn auch, mit dem er im Juli 2019 beim Rudolstadt Festival auftrat und sein offizielles 40-jähriges Bühnenjubiläum feiern konnte: mit Pedalhackbrett und Vibrandoneon war er da zu hören, gemeinsam mit seinen musikalischen Mitstreitern Gerhard Wagner, Saxophon, Klarinette und Querflöte, Andreas Seifinger, Gitarre und Steffen Müller am Kontrabass. Bis heute hat sich der umtriebige und vielseitige Künstler eine große Offenheit und Neugier bewahrt, intelligent und virtuos überrascht er mit phantasievoller Musik und pfiffigen Arrangements und ist auch ein launiger Präsentator seiner Konzerte. Für sein Lebenswerk, sein Leben für das Hackbrett, erhielt Rudi Zapf in Rudolstadt übrigens den Deutschen Weltmusikpreis RUTH 2019.

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